Insulin, Diabetes & alternative Süßungsmittel

Rund 6% der Weltbevölkerung leidet an Diabetes. Die Dunkelziffer der nicht-diagnostizierten Fälle ist hoch.

 

Wie reguliert sich der Blutzuckerspiegel in unserem Körper & wodurch wird Diabetes eigentlich ausgelöst? Fangen wir erstmal ganz vorne an...

Haushaltszucker, Rohrzucker, Agavendicksaft

Zucker ist nicht gleich Zucker

Unser Körper zieht mehr als 50% der benötigten Energie aus Kohlenhydraten, der sogenannten Zucker. Diese können wir in Form von Glukose, Fruktose (Fruchtzucker), Saccharose (Haushaltszucker), Maltose (Malzzucker), Laktose (Milchzucker), Zellulose (Ballaststoffe) und Stärke aufnehmen. Gerade Stärke ist ein sehr komplexes Kohlenhydrat. Die Verdauung dauert lange, damit die einzelnen Bestandteile aufgeschlossen werden. Aufgrund dieser Dauer steigt der Blutzuckerspiegel nur sehr langsam und nicht so stark an. Auch Fruktose aus Obst hat keine negative Auswirkung auf unseren Blutzucker. Bei isolierter Fruktose, die beispielsweise in industriell hergestellten gesüßten Getränken zu finden ist, sieht es schon ganz anders aus.

 

Der sogenannte glykämische Wert eines Lebensmittels gibt an, wie stark dieses den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Rohrzucker hat beispielsweise einen sehr hohen glykämischen Wert, ein Apfel wiederum einen niedrigen. Wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt, wird vermehrt Insulin gebildet.

Insulin für einen konstanten Blutzuckerspiegel

Während der Nahrungsaufnahme werden die einzelnen Nahrungsteile im Dünndarm zerlegt. Kohlenhydrate werden bis auf ihre kleinste Komponente - die Glukose - aufgespalten. Diese würde nun im Blut verweilen und so zu einem konstant hohen Blutzuckerspiegel führen. Nun schalten sich die sogenannten beta-Zellen im Pankreas (Bauchspeicheldrüse) ein. Sie produzieren das Hormon Insulin. Umso zuckerhaltiger die Speise, desto mehr Insulin muss der Pankreas bilden.

 

Das Insulin gelangt nun ins Blut und wird von den passenden Rezeptoren in die jeweiligen Zellen aufgenommen. Aufgrund des Eindringens vom Insulin kann auch Glukose aus dem Blut in die Leber und weitere Zellen einströmen. In der Leber wird Glukose zu Glykogen umgewandelt und gespeichert. Dieses wiederum kann jederzeit wieder umgewandelt werden, um Energie freizusetzen, die der Körper dann sofort nutzen kann. Glykogen ist also einfach gesagt die Speicherform der Glukose.

 

Die Bauchspeicheldrüse wie auch die Körperzellen, die mithilfe des Insulins die Glukose aufnehmen, können durch den häufigen Verzehr hoch-glykämischer Nahrung überlastet werden. Zusätzlich kommt es aufgrund des schnellen Blutzuckeranstiegs auch zu einem schnelleren Abfall dessen, da vermehrt Insulin produziert wird. Dadurch entsteht nach nur kurzer Zeit wieder ein Hungergefühl und es wird häufiger zum Essen gegriffen. Der Gewichtszunahme steht nichts mehr im Wege.

 

Ein zusätzlicher Dickmacher: Wenn die Speicher von Leber und Muskeln bereits mit Zucker gefüllt sind, wird die übrige Glukose in den Geweben gespeichert. Es kommt zum Fettaufbau. Ein ewiger Teufelskreis! Eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung mit nur sehr wenigen Fertigprodukte kann da Abhilfe schaffen.

Apfel, Datteln, zuckerfrei Schokolade

Diabetes & was kann helfen

Menschen, die an Diabetes leiden, haben keine Möglichkeit den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten, er ist immer erhöht. Das liegt entweder daran, dass kein Insulin gebildet wird, da die Zellen im Pankreas durch das eigene Immunsystem zerstört werden (Diabetes mellitus Typ 1) oder daran, dass der Körper insulinresistent ist (Diabetes mellitus Typ 2).

 

Wenn kein Insulin ausgeschüttet wird, verbleibt die Glukose im Blut. Das kann zu einer Überzuckerung führen. Diese liegt bei einem Glukosegehalt im Blut von über 6,5% vor. Du kannst Diabetes daran erkennen, dass du vermehrt Urinieren musst und ständig ein Durstgefühl hast.

 

Diabetes geht häufig mit Übergewicht einher. Gesättigte Fettsäuren im Fleisch und Zucker sind die Lebensmittel, die du sofort vermeiden solltest. Denn die Zuckerkrankheit kann im Laufe des Lebens weitere gesundheitliche Probleme auslösen, wie beispielsweise Gefäßverengungen, Nierenschäden oder Sehstörungen. Vermehrt wird davon abgeraten, Säuglingen Kuhmilch zu geben, da das Protein Casein Diabetes Typ 1 bestärken kann. Ebenfalls werden Viren, Pilze und ein Vitamin D Mangel in jungen Jahren vermehrt mit der Erkrankung diskutiert. Da Diabetes mellitus Typ 1 eine Immunerkrankung ist, kann man auf diese weniger Einfluss nehmen, als auf Diabetes mellitus Typ 2.

 

Eine rein pflanzliche Ernährung ist ideal, wenn du weitestgehend auf Fertigprodukte verzichtest. Die Speisen sollten möglichst frei von isolierten Zuckern und gesättigter Fettsäure sein. Zusätzlich sind Ballaststoffe hilfreich, um ein starkes Immunsystem aufzubauen. Eine vegane Lebensweise kann nicht nur präventiv wirken, sondern auch kurativ. Es gibt bekannte Fälle, die durch einen solchen Lebensstil ihr Diabetes-Problem komplett aus der Welt geschafft haben. Dafür ist Einsatzwille und auch ausreichend Bewegung vonnöten.

Zitrone und Heidelbeeren mit natürlicher Fruktose

Cortisol - Komm endlich runter

Hier ein kurzer Einblick in ein sehr komplexes Thema.

Warum Stress so ungesund ist für deinen Körper: In einer Stresssituation schüttet der Körper neben Adrenalin, welches den Blutdruck erhöht auch Cortisol aus. Das Stresshormon wirkt sich sofort auf den gesamten Körper aus: unsere Verdauung wird eingestellt, wir fangen an zu schwitzen, unser Blutzucker steigt. All das, um uns mit Energie zu versorgen. Diese lässt uns zwischen Kampf und Flucht entscheiden. Vor vielen Jahrhunderten war das sehr praktisch, denn sonst wäre die Spezies Mensch heute nicht hier. In unserer heutigen Gesellschaft ist diese Anpassung allerdings mehr oder weniger überflüssig.

 

Da wir häufig unter Dauerstress stehen, wird nonstop Cortisol von der Bauchspeicheldrüse produziert. Diese sind irgendwann erschöpft und können zu wirklich wichtigen Zeiten, z.B. während einer Fastenperiode, nicht ausreichend Cortisol ausschütten. So kommt es schnell zu einer Unterzuckerung.

 

Da wir in Stresssituationen viel Glukose freisetzen, wird selbstverständlich auch vermehrt Insulin ausgeschüttet. So sind bei chronischem Stress die Insulinrezeptoren nicht mehr sensibel genug. Hinzu kommt, dass ein dauerhaft hoher Cortisol-Spiegel das Immunsystem schwächt. 

 

Was kannst du dagegen tun? So anstrengend und stressig dein Tag war, es ist gesundheitsfördernd, wenn du trotz allem noch eine Runde Sport einlegst. So kann die freigesetzte Energie, also der Zucker, abgebaut werden. Du bist am Abend weniger aufgedreht und kommst schneller zur Ruhe.

Kokosblütenzucker und Xylit

Alternative Süßungsmittel

Um den Blutzuckerspiegel nicht allzu sehr zu strapazieren, sollten wir auf Zuckeralternativen zurückgreifen, die einen niedrigeren glykämischen Wert aufweisen und somit den Blutzucker weniger beeinflussen.

 

Kokosblütenzucker

 

Meine liebste Variante ist Kokosblütenzucker. Ich mag den leicht karamelligen Geschmack. Gewonnen wird der braune Zucker aus dem Nektar der Kokospalme. Kokosblütenzucker enthält aufgrund der schonenden Herstellung einige Nährstoffe wie Eisen, Kalium, Magnesium und Zink. Angeblich ist der glykämische Wert relativ niedrig, aber dies ist wissenschaftlich noch nicht bewiesen. Wenn ich ein zuckerhaltiges Rezept austausche, verringere ich allerdings auch bei Kokosblütenzucker die Menge. Wenn z.B. im Rezept steht 200g Haushaltszucker, dann nutze ich etwa 100-120g Kokosblütenzucker. Man gewöhnt sich sehr schnell daran, dass Desserts nicht mehr ganz so süß sind.

 

Yaconsirup

 

Yacon ist ein Wurzelgemüse, das in Peru wächst. Aus dieser Wurzel werden Yaconsirup und auch -pulver hergestellt. Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, aber werde es definitiv nach dieser Recherche tun! Die Süßungsstärke ist deutlich geringer als bei Zucker und Dicksäften. Aber das coole ist, du sparst dir die Kalorien. Yacon liefert Calcium, Eisen, Kalium und wertvolle Antioxidantien, die dich vor Entzündungen und Krebs schützen. Der Zucker der Wurzel gelangt nicht in die Leber, sondern direkt in den Darm, wo er als Futter für deine Darmbakterien dient. Win win!

 

Xylit

 

Fälschlicherweise wird Xylit oft zu den Süßstoffen gezählt. Es wird aus natürlichen Rohstoffen wie Birke oder Stroh gewonnen. Die Zuckeralternative ist kalorienarm und lässt den Blutzucker nicht in die Höhe schnellen. Besonders gut: Xylit gilt als Kariesschutz. Achte auf jeden Fall darauf, dass du nicht die billigsten Produkte kaufst, denn hier wird häufig mit Gentechnik gearbeitet. Iss auch niemals zu viel Xylit, denn es kann abführend wirken.

 

Datteln

 

Last but definitely not least: die natürlichste Süße überhaupt! Du kannst die ganze Dattel einfach in den Smoothie geben. Es gibt auch Dattelsirup zu kaufen. Aber den kannst du viel günstiger selbst herstellen, indem du die Trockenfrucht in Wasser einweichst und anschließend einkochst. In der Dattel befinden sich die Mineralstoffe Eisen, Folsäure, Kalium und Magnesium. Auch an A und D-Vitaminen mangelt es nicht.

 

ACHTUNG: Ich möchte hier niemanden, v.a. nicht Diabetiker, zu einem vermehrten Süßungsmittelkosnum animieren. All diese Alternativen sollten in Maßen möglichst selten konsumiert werden.

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